Jump to content

Page:Thurneysen Handbuch des Altirischen 1 Grammatik.pdf/77

From Wikisource
This page has been proofread.
§ 94–97.]
57
Übergangsvokale vor auslautenden Vokalen.

älteres suidig­theo ‑theo (ge­schrieben suidigtho Ml 111 c 4); do·foirnde ‘es be­zeichnet’ in Sg häufig statt do·foirndea.

Sammlung der Beispiele von ‑a aus ‑ae in Ml und Sg bei Strachan ZfCP. 4, 51. 477 f.

Das Verstummen des zweiten Lauts scheint zuerst dann ein­getreten zu sein, wenn sich eine Enklitika anhängte, so daß der Doppel­laut in den Inlaut kam. Hier kennt es schon Wb, z. B. in tain díagma-ni 3 a 15 ‘wenn wir gehen’ für díagmae ni.

Erst ganz vereinzelt findet sich ‑i für ‑(i)u und ‑a für ‑(a)i, z. B. Dsg duini für duiniu ‘Mensch’ § 282, ní·ruba ‘er kann nicht sein’ Sg 3 b 28 für ·rub(a)i.

95. d) ‑e und ‑i hinter andern Vokalen werden gleich­falls zu ‑ae (jünger ‑a) und ‑ai;

z. B. nuie (nuíe?) ‘neu’, Npl nuï Wb wird in Ml zu nuae nuai, im Kom­positum auch nua‑.

lie ‘Stein’ Wb, später liae, lïa Sg 67 b 12.

96. ‑o statt ‑u. Für aus­lautendes ‑u erscheint gelegent­lich ‑o, nament­lich nach e,

z. B. Apl dëo ‘Götter’ neben dëu, lëo und Iëu ‘bei ihnen’.

In a gnímo som Apl ‘seine Taten’ Wb 29 d 29 für gnímu wird das dunkle s von som das o erklären. Ähnlich ónd oín·ranndato són Sg 203 b 4. Vgl. auch § 97.

Schwachbetonte Vokale im Wortinnern.

97. Die kurzen schwachbetonten Vokale im Wort­innern stehen völlig unter dem Banne der sie um­gebenden Kon­sonanten und sind durch deren Färbung bestimmt.

Doch neigt ein ŏ in dieser Stellung, wie es auch ent­standen sein mag, stets zu u hin, so daß die Schrei­bung meistens schwankt. Daß schwächst­betontes o in u übergeht, zeigt sich in Wb nament­lich bei den vor­tonigen Verbal­präfixen ro no do fo, die gewöhn­lich zu ru nu du fu werden, wenn sie zwischen einer Partikel und dem Verb stehen; z. B. ro·prid­chissem ‘wir haben gepredigt’