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Page:Thurneysen Handbuch des Altirischen 1 Grammatik.pdf/136

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[§ 192. 193.
Lautlehre.

mal ist es der Rest eines aus­lautenden ‑s des vorher­gehenden Wortes, auch eines lenierten ‑t und ‑k, s. § 241 ff.

s im Wortinnern ist meist zunächst aus ss gekürzt, über dessen Ent­stehung § 152 gehandelt ist. Sonst ent­spricht es idg. s, z. B.

sruth ‘Bach, Fluß’, srúaim ‘Strom, Schwall’, kymr. ffrwd ‘Bach’, altind. srávati ‘fließt’, lit. sravëti ‘sickernd fließen’, ahd. stroum strōm ‘Strom’.

lestar ‘Gefäß’ kymr. llestr, got. lisan ‘zusammenlesen’, lit. lèsti ‘aufpicken, Körner auflesen’, altumbr. vesklu veskla ‘Gefäße’.


Überblick über die regelmäßige Entwicklung der indogermanischen Laute im Altirischen.

Die indogermanischen Laute sind im allgemeinen nach Brugmanns Grundriß angesetzt. Für die Vokale der Mittel­silben, die je nach den um­gebenden Kon­sonanten jede beliebige Gestalt annehmen können, genüge es auf § 97 ff. zu verweisen; ebenso für die Vokale der Endsilben auf § 85 ff.

I. Rein vokalische Laute.

193. Idg. a und ə (indogerman. Schwa) = a § 48, = o oder u § 76;

gedehnt zu á § 122, auch § 43 ff.; zu é § 122. 207. 209.

idg. ā = á § 49.

idg. e = e § 50, = i § 71 ff., = a § 112;

gedehnt zu é (éu, éo, íu) § 52 f. 122. 207ff., auch 42 ff.

idg. ē = í § 55b; in Endsilben zum Teil e § 86.

idg. o = o § 56, = u § 71 ff., = a § 77f. 86, 4;

gedehnt zu ó, úa § 42ff., 57ff., 122.

idg. ó = á § 49 b; in Endsilben = u § 85.