Page:H.M. Zwischen den Rassen.djvu/150

From Wikisource
Jump to navigation Jump to search
This page has been proofread.



„Was meinst du? Ich war ja die längste Zeit meines Lebens in Deutschland.“

„Ach! Du siehst ganz aus wie eine Fremde; und so elegant. Du mußt diesen Kragen entschuldigen. Bei dir ist gewiß alles aus Paris?“

„O gar nicht; und ich finde deine Bluse sehr gut gemacht. Meine Mama und ich haben zuletzt in Genua bestellt. Wenn es kommt, sollst du’s sehen. Die Schneiderin arbeitet für die halbe italienische Aristokratie sie kennt uns schon…“

Und Lola dachte hinzu: „So wird sie uns hoffentlich für die Bezahlung Zeit lassen.“

„Ein Gesellschaftskleid ist dabei, Empire, was wieder das Allerneueste ist. Schwarze Gaze mit Chantillyspitze besetzt; und im Ausschnitt ist dicke Silberspitze, unterlegt mit … Aber willst du mich nicht einhaken?“

„Unterlegt mit?“ — in seliger Erwartung.

„Mit türkisblauem, metallischem Stoff.“

„Wie wundervoll!“

„Auch unter der Chantillyspitze liegt er.“

„Ja. Aber —“

Tini hielt sich grader und sammelte sich; denn jetzt kam das, was sie Lolas Toiletten entgegenzusetzen hatte.

„Hast du schon von der Umwertung aller Werte gehört?“

„Ich muß gestehen: nein. Und wer hat dir davon erzählt? Herr Gwinner?“

„Woher —“

142