Page:H.M. Zwischen den Rassen.djvu/239

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war Pardi eigentlich! Gwinner legte, den runden Kopf vorsichtig zwischen den hohen Schultern, Eier um sie her, die Witze waren. Er sagte:

„Alles gleicht sich aus. Wenn ich solchen übermenschlichen Schick sehe, denke ich immer an Löcher im Hemd.“

Er wiederholte dies häufig, gab Rätsel auf, deren Lösung „ein Loch im Hemd Pardis“ war, beteuerte jede seiner Behauptungen „bei den Löchern im Hemd des Pardi“. In Pardis Gegenwart umschrieb er: „Bei den Löchern, Sie wissen schon in wessen Hemd.“ Die Damen kicherten verlegen; Pardi, der umsonst aufhorchte, lachte mit, ein Lachen, das sie rührte, und bei dem sie ihm, wie um Verzeihung, zunickten. Er stutzte, ward plötzlich ernst. Das nächste Mal, als er die rätselhaften Laute fallen und die Mienen wieder so verdächtig mitleidig sah, schlug sein bezauberndes Lächeln unvermittelt in eine breite, katzenhafte Drohung um. Die Damen erschraken, Gwinner machte eine kleine demütige Verbeugung. Aber Gugigl, der soeben seinen Maßkrug geleert hatte, richtete sich kühn auf, strich mit der Hand über den feuchten Bart und blickte gefaßt und kundig umher, als sei er er bereit, Hand anzulegen, wo es fehlte: ein Faß Bier anzuzapfen oder einem Huhn den Kopf umzudrehen.

„Was is denn?“ fragte er, inmitten der Stille, mit hoher Trompetenstimme. „Hier hat doch überhaupt gar niemand Löcher im Hemd.“

Pardi faßte jetzt ihn ins Auge. Gugigl schmetterte prahlerisch:

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