Page:H.M. Zwischen den Rassen.djvu/222

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Einschüchterung, erwiderte er, die solche Naturen bei ihm bewirkten, sei ihm der sicherste Beweis. Und er belächelte sich selbst. Lola ward gereizt durch seine Offenheit, die sie billig und würdelos fand. Sie erklärte, daß sie sich’s schon denken könne. Er mußte genau gehört haben, wie höflich und ablehnend es klang; nur aus Mangel an Geistesgegenwart blieb er bei dem Gegenstand, sprach er noch weiter so, als wisse er sie auf seiner Seite. Da sei nun der Mann mit den sicheren fraglosen Instinkten, der Mann alten Stils … und der äußerste Vertreter der Rasse.

„Keine Beziehungen sind möglich zwischen seinesgleichen und unser einem: das fühlt man gleich, nicht wahr?“

Lola war voll Ungeduld, ihn aufzuhalten. Er kam wieder auf die Rassenliebe, an die Frage, welche Frau er zu lieben habe, was ihr selbst für ein Mann bestimmt sei. „Was geht ihn das an!“ Sie mußte zugestehen, daß manches frühere Gespräch ihm Rechte gebe. „Eigentlich ist nichts geschehen seitdem. Was habe ich denn? … Ach, er ist taktlos!“ So redlich sie dagegen ankämpfte, die schwerste Übellaunigkeit senkte sich auf sie. Lola ging vor sich hin, den Blick am Boden, und wünschte sich mit krankhafter Dringlichkeit, dies nicht mehr zu hören, diesen los zu sein. Wenn sie sprechen wollte, schienen die Kiefern aus Blei. Endlich brachte sie hervor:

„Sie reden über alles sehr klug.“

Da stotterte er und brach ab. Sie gelangten nach Haus, zum erstenmal ohne den nächsten SpazierSpazier-

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