Page:H.M. Zwischen den Rassen.djvu/119

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„Jetzt gehen wir drüben in das Café: ich will mich mitten unter euch setzen.“

„Ich bin Ihr Begleiter, aber ich verlasse mich darauf, daß Sie selbst wissen, wie weit Sie gehen dürfen.“

„Sie werden mich als einen jungen Polen vorstellen, der in Paris studiert.“

„Ich werde mich Ihnen empfehlen und es Ihnen überlassen, sich zu kompromittieren.“

Aber er trat mit ein.

„Welch Glück: da sitzt die Gelida. Machen Sie mich sofort mit ihr bekannt!“

„Und der Kreis um sie her? Dabei sind Leute, die Sie kennen.“

„Sie werden keinen Skandal erleben. Mut, armer Freund!“

Sie wurden aufgenommen und setzten sich. Die Unterhaltung ward zu Ehren der schönen Kurtisane geführt, die, hinter sich ihre Dueña und ihre Magd, denen, die gut sprachen, ein wenig von ihrem Lächeln zuteilte. Lola begann darum zu werben. Man wendete die Stühle, um diesen jungen Menschen sprechen zu sehen. Wenn sie seine kleine kokette Hand weich durch die Luft streichen und bei einer seiner leichten, raschen Bewegungen seine Taille sich biegen sahen, schien den Männern ringsum sein Geist frischer, belebender. Er gab stürmische, junge Meinungen zum besten: „Die Liebe ist etwas sehr Einseitiges und eigentlich ein Mangel an Selbstzucht;“ — wobei alle die zuhörten, sich, sie wußten nicht warum, beglückt fühlten. Lola sah die Mienen, die sie bewegte, das

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