Page:H.M. Zwischen den Rassen.djvu/107

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Aber das Ende bekommt wohl nur Interesse für mich, weil ich wissen möchte, wo das enden soll, was ich jetzt erlebe.“

„Sehen wir doch nach: geht mich der Mensch wirklich so viel an? Wäre er in Venedig noch so unentbehrlich, wie er’s hier in Barcelona ist? Die Grimani hat uns für Juli eingeladen. Oder was meine ich zu Paris? Das ist noch immer das Amüsanteste … Ich glaube, es ginge.“

Eine junge Männerstimme ward hörbar. Lola erhob sich hastig.

„Nein, es geht nicht.“

Leicht vorgeneigt, mit fiebrigem Spiel der Finger an der langen Halskette, blickte sie auf die Tür. Es klopfte.

„Gehen Sie in den Salon, bitte. Ich komme gleich.“

Sie machte einige zornige Schritte.

„Warum muß ich auch grübeln! Jedesmal, wenn ich gegrübelt habe, bin ich schwach und gebe ihm dann Anlaß, sich einzubilden, was doch nicht wahr ist … O, heute abend soll er keinen Vorteil davontragen!“

 

Sie hatte sich beruhigt und ging hinüber. Mit offenem Lächeln begrüßte sie den Besucher.

„Gnädiges Fräulein — da ist alles;“ und er zeigte nach dem Paket auf dem Klavier. „Der Bote ist gleich mit mir gekommen.“

„Ist alles darin … und wird es mir passen?“

Anstatt nach dem Paket zu sehen, betrachtete sie,

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