II. Andere Konsonanten scheinen schon früher immer dunkle Färbung zu zeigen; doch sind beweisende Beispiele in Wb selten. Z. B. feraib, Dpl zu fer ‘Mann’ (Endung wohl ‑o-bis; oder zunächst ‑abis?); in·o‑laid ‘er ging hinein’ Ml 25 a 21 zu luid ‘ging’; inraicc ‘würdig’ Ml 62 c 19, wohl zu ruccae ‘Schande’, darnach Subst. inracus ‘Würde’ 51 c 18 gegen inruccus Wb 29 a 22; ·todlaiger Ml 38 c 22, prototonierte Form zu du·thlucher 49 d 10, I sg Subj. ‘ich verlange’. Doch kann in den beiden letzten Beispielen die Konsonantengruppe ihre dunkle Färbung auch nach § 157 haben.
Anders con·utuinc ‘baut’ Wb (§ 167) neben con·utaing Ml.
171. d) Nicht-palatale Gutturale und Labiale (außer unleniertem m) zeigen u-Färbung (oder o-Färbung § 98) im Anlaut schwachbetonter Silben, die auf leniertes r, l oder n ausgehen: anacol anacul ‘Schutz’; fogur ‘Laut, Ton’; orcun ‘Erschlagen’; accobor accobur accubur ‘Wunsch’ (Verb ad·cobra); brithemon, G zu brithem ‘Richter’; tempul ‘templum’.
Das gilt jedoch nicht für die Konsonanten, die nach § 165 aus palatalen umgefärbt sind, wie óbar úabar ‘Geflunker’ Wb 27 a 9, 13 b 14 aus *óber (Adj. húaibrech); cuman ‘erinnerlich’. Erst vereinzelt tritt auch im ersten Fall dunkle Konsonanz auf, z. B. comrorcan ‘Irrtum’ Ml 127 d 5 für gewöhnliches ‑un, chomtúarcan 34 a 27.
Andere Ausnahmen wie do·indnagar ‘wird zugeteilt’, for·roíchan sa ‘ich habe gelehrt’ Ml 17 d 1 dürften dagegen auf analogischer Ausgleichung beruhen.
Sind die auslautenden Konsonanten unleniert, so ist dunkle Färbung das Gewöhnliche; z. B. ·comollnither ‘es werde erfüllt’ Wb 2 c 17 ist viel seltenere Schreibung als ·comalnither, brithemandae ‘richterlich’. Doch richtet sich z. B. domunde ‘weltlich’ immer nach dem Substantiv domun ‘Welt’.
Bei Dentalen findet man diese Färbung selten, in einheimischen Wörtern fast nur, wo die vorhergehende Silbe den Vokal ó enthält; vgl. lóthor Sg 49 a 2, lóthur Karlsr. Beda 39 c 4, jüngere Form von dreisilbigem