Page:H.M. Zwischen den Rassen.djvu/329

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„Wir betragen uns zu sehr als Amerikanerinnen, nicht? Mai ist wieder mit jemand allein fort, ich glaube mit Pardi. Gestern auch, glaube ich.“

„Nein, gestern mit Botta. Sie haben droben an der Düne gelegen. Aber jemand lag auf der andern Seite und hat sie belauscht. Botta hat zuerst von seiner Balleteuse geseufzt, dann hat er Ihrer Mama einen Antrag gemacht, und nachdem er abgelehnt war, hat er sie um Geld gebeten. Es scheint, er steckt, von der Balleteuse her, noch immer in Schulden.“

„Wie man hier, bei allem Gefühl, praktisch ist. Das gefällt mir. Also Geld sucht man bei uns? Aber hält man uns denn nicht für Abenteurerinnen? Sagen Sie’s nur!“

„Mein Gott, manche geben vor, es zu glauben. Wer Ihnen schadet, ist Pardi. Hat er nicht geprahlt, er werde Sie beide zu seinen Geliebten machen? Ihre Mama und Sie?“

Lola sah ihm in die Augen: sie waren lügnerisch. „Und doch könnte Pardi das sagen!“ mußte sie denken.

„Wo und wann hat er das geäußert?“

„Vor aller Welt, noch gestern. Sie und Ihre Mama brauchen nur den Rücken zu wenden.“

Lola bebte vor Zorn.

„Das lassen Sie ihn sagen? Und Sie behaupten manchmal, Sie lieben mich.“

„Ich liebe Sie,“ wiederholte Nutini, durchdrungen. Gleich darauf nahm sein Gesicht einen anderen Faltenwurf an.

„Was den Herrn Pardi betrifft, verachte ich ihn

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