Page:H.M. Zwischen den Rassen.djvu/304

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Nutini wollte auf die Geldsachen zurückkommen, aber Lola verlangte:

„Lassen wir ihn gehen!“

Sie ertrug es auf einmal nicht mehr, hier draußen, abgesondert von ihm, gemeinsame Sache zu machen mit seinen Feinden, von denen keiner sich an ihn wagte. Auf einmal fühlte sie sich voll Angst: beklommen und gereizt durch all das feindliche, leere Blau um sie her, durch die Gesichter, die sie ansahen. Er liebte Mai: man mußte schnell ans Land, — liebte Mai. Und Mai ihn.

 

Sie begann Mai neu zu beobachten, mit Blicken, die sie selbst schmerzten, und unter denen Mai sich verwandelte. Ihre liebenswürdigen kleinen Torheiten bekamen etwas Untergeordnetes, ihre Kindlichkeit ward albern. Bei jeder von Mais Äußerungen sah Lola in den Schoß, schämte sich und empfand Genugtuung in einem. „Wie kann man so dumm sein!“ Diese verbrauchten Listen! Daß eine Mutter die Tochter, die sie fürchtete, als Kind behandelte: es war so alt, so alt. Nur ein wenig Geschmack, und man ließ es. Aber Mai wäre, in ihrer Eifersucht, nicht einmal davor zurückgeschreckt, Lola schlecht anzuziehen! Mais Ratschläge empfing Lola nur noch mit Mißtrauen. Einmal machte sie die Probe: frisierte sich absichtlich sehr unvorteilhaft und fragte Mai, wie es ihr stehe. Mai war entzückt: Lola wußte nun Bescheid. Zum Schein ging sie ein Stück mit; — aber unten auf

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