Page:H.M. Zwischen den Rassen.djvu/197

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„Die Marie raucht doch selbst.“

„Aber von mir findet sie’s unpassend. Weißt du, im Grunde, im Grunde findet sie eigentlich alles unpassend.“

Beide lachten.

„Blase den Rauch aus dem Fenster, bitte.“

„Ja, so machten wir’s auch.“

„Im Ernst ist doch nichts dabei. Herr Gwinner sagt sogar, daß es mir steht.“

„Herr Gwinner ist wohl immer auf deiner Seite?“

„Nein, gar nicht immer. Aber das macht mir nichts…“

Ein paar Sekunden hatte Tini die haltlos kreuzenden Augen eines wilden jungen Vogels. Dann, bevor Lola sich hatte wundern können:

„Ach, Lola, ich wollte, ich hätte eine Freundin. Die, die ich habe, hat keinen Zweck mehr. Ich kann dir sagen —“

Tini mußte hinunterschlucken.

„Du bist einfach mein Ideal.“

„Ja warum denn, Tini?“

„Erstens bist du modern und doch chik: das hab’ ich noch nie zusammengesehen. Dann bist du so gescheit, daß du über alles deine Meinung hast. Du brauchst nicht zu denken, daß ich es nicht sehe, wenn du dich mit dem Arnold über uns alle lustig machst.“

„Aber Tini! Du bist ja schrecklich.“

„Das nicht; aber ich bin nicht von gestern … Den Arnold, sage ich dir offen, kann ich nicht ausstehen. Er ist mir gradezu widerwärtig — und auch unheimlich. Aber du wirst die Menschen wohl besser

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