Page:H.M. Zwischen den Rassen.djvu/115

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ausgriff und der Bronzereiter dahinsprengte, war das Stück zu Ende. Viele fächelnde, die Hüften wiegende junge Frauen mit ihren Mägden und Anbetern, viele prall gekleidete, rauchende junge Männer begannen langsam zu kreisen.

„Sie kennen wohl die Frau gar nicht, die eine Dueña und eine Magd bei sich hat und die Ihnen zulächelt? Das ist die, in deren Schuld sie vorgeblich seit gestern nacht sind.“

„La Gelida? Aber die habe ich schon oft gesehen und wußte nicht … Wie gut ihr die Dämmerung steht! Ihr grau und unsicher gebogenes Profil scheint von dem Auge, das ein großes schwarzes Loch ist, ganz aufgezehrt zu werden. Ihr Lächeln — sehen Sie, ich möchte es erwidern, aber es schüchtert mich ein.“

„So?“ machte Da Silva zornig. „Ich aber rate Ihnen zu der Gelida nicht, denn ich war zugegen, als sie operiert ward. Das nimmt einem manche Lust.“

„Wirklich?“

Aus tiefem Herzen:

„Dann möchte ich Ihren Beruf haben!“

Der junge Mann hieb seinen Stock durch die Luft. Gereizt:

„O, andere entbrennen nur noch heftiger. Einer von uns sezierte seine eigene Geliebte, und als er in ihrem Magen eine unverdaute Speise fand, aß er sie.“

Lola schwieg. Entsetzen, Scham und Vergnügen stritten sich um ihr Herz, und es klopfte. Mit Frohlocken in der Stimme sagte sie dann:

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