Page:H.M. Die kleine Stadt.djvu/280

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„Du mußt bleiben, Nello! Auch wir haben unsere Ehre, und man ruft mir nicht ungestraft ins Gesicht, daß die Komödianten die Wäsche stehlen.“

Er ging, die Hand in der Hosentasche, das Cäsarenprofil erhoben, rüstig auf den Platz hinaus. Der Bäcker Crepalini hatte sich vorgewagt und schalt, weinrot, mit Nußknackergebiß und Kugelaugen, in den Lärm der Menge. Unversehens hing er in der Luft und zappelte mit den Ärmchen. Gaddi warf ihn den Seinen zu und zog sich ohne Eile zurück. Der Schlosser Fantapiè wollte, den andern vorauf, über ihn herfallen; von drüben aber holten Acquistapace und der Baron Torroni ihren Kameraden ein. Der Gevatter Achille rückte nach mit einem geschwungenen Stuhl. Als er vor dem Feind ankam, war er außer Atem und setzte den Stuhl hin, um seinen Bauch auf die Lehne zu stützen. Er rief:

„Ah! Freund Giovaccone, Schwein, das du bist, die Geschäfte gehen wohl gut, denn das Weihwasser kostet dich wenig!“

Der Lehrling Coletto hüpfte kauernd hinter ihm umher, und plötzlich warf er seinem Herrn, dem Konditor Serafini, sein Gebetbuch an den Kopf. Der Kaufmann Mancafede, den die Herren Giocondi und Polli vor sich herschoben, brach mit einem Aufschrei in die Knie, von einem Flaschenstöpsel getroffen.

„Hohoho!“

„Huhuhu!“

„Nieder die ,Arme Tonietta‘!“

„Nieder die Priester!“

„Was will denn euer Don Taddeo?“ rief der Wirt Malandrini. „Als er heute früh meinen Jungen durchprügelte, hat er selbst die ,Arme Tonietta‘ gepfiffen.“

„Schweig!“ brüllte der Tapezierer Allebardi. „Und möge dein Bauch verfaulen wie deine Beefsteaks!“

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