Page:H.M. Die kleine Stadt.djvu/16

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„Immer sind Leute in der Nähe, die es mit den Priestern halten.“

Der Advokat behauptete:

„Wenn wir uns die Komödianten nicht zu unserm Vergnügen kommen ließen, sollten wir es tun, um die Priester zu ärgern.“ Der Gemeindesekretär hob die Schultern, der Wirt aber sagte dröhnend:

„Sind wir denn noch immer unter dem Papst?“

Man schrie: „Bravo, Achille!“ — und dahinten sah man aus der Kathedrale über den Corso und in den Palazzo Torroni eine schwarze Gestalt huschen. Der Apotheker seufzte.

„Armer Baron! Auch ihn halten sie mittelst der Frau. Da kann man sich dann nicht rühren, ohne daß es weh tut. Glaubt mir, ihr Jungen, nehmt nie eine Frau, die es mit den Priestern hat!“

Der Advokat stellte die Hand an den Mund.

„Und dennoch ist Don Taddeo betrogen, und der Baron hat mir heimlich, Sie verstehen: unter einem Decknamen seinen Beitrag geschickt für das Theater.“

Funkelnd betrachtete er seine Wirkung, legte sich den Finger auf die Lippen und machte eine Pause. Dann:

„Der Beitrag ist sogar bedeutend genug, daß wir den des alten Nardini verschmerzen können.“

„Eine schöne Familie, die Nardini“ — und der Apotheker stieß den Stock aufs Pflaster.

„Ihre Mitbürger halten sie ihres Verkehrs nicht würdig, nie wollten sie dem Klub beitreten, und die Enkelin stecken sie ins Kloster!“

„Noch ist sie nicht darin“, sagte der junge Savezzo, mit plumper Eleganz an das Haus gelehnt. „Und als ich im Klub meinen Vortrag über die Freundschaft hielt, hat sie ihre Magd hingeschickt und sich darüber berichten lassen.“

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