Page:H.M. Die Tote und andere Novellen.djvu/46

From Wikisource
Jump to navigation Jump to search
This page has been proofread.


sollte zu Dir führen, Lieber. Er war nicht als ein Gleichnis der Macht, die mich und Dich überschattete, und die wir nicht anerkennen wollten. Ich bin überzeugt worden, Du weißt es, wie grausam; und Du?…“ An dieser Stelle las er nicht weiter, trat vor sie hin und antwortete ihr. Das Winken ihrer Augen vor dem geschlossenen Vorhang ward dringlicher, sie sagte: „Gib dich hin! Glaube! Sei gewärtig, daß ich komme und endlich dein sei!“ „Komm!“ rief er.

Mit der Ermüdung ergriff ihn wohl die Besinnung. „Was tue ich! Ich weiß, daß ich betrogen werde, — und ich selbst helfe dazu! Ach, mein Bedürfnis zu lieben, ist schon größer als das, die Wahrheit zu sagen. Diese Briefe sind untergeschoben von einem Schwindler, es steht zu vermuten, von welchem. Hier spricht er von sich, er droht. „Wenn er Dir begegnen

42