Page:H.M. Die Armen.djvu/86

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Dort stand Balrich unschlüssig und die Brauen gefaltet. Hans Buck ordnete dem Mädchen das Tuch über den Schultern und dem schönen Haar. Dabei sagte er:

„Was nimmst du mir übel? Ich muß nicht wissen, daß Fräulein Leni deine Schwester ist. Du hast es mir nie gesagt.“

Leni lachte verlegen, und Hans Buck, scherzhaft aber auch verlegen, setzte hinzu:

„Falscher Freund du!“

Balrich, bestürzt und finster, wollte überlegen: dann haben sie inzwischen sich gesehen? Da bemerkte er, daß man Zeugen hatte. Thilde, die ewige Spionin, verschwand hinter dem Haus, hervor aber traten munter zwei junge Herren in Sportdreß, Heßlings, die Vettern Bucks. Achtzehn- und siebzehnjährig auf langen Gamaschenbeinen kamen sie herbei, grüßten eckig wie fertige Kavaliere, und der Leni, die alles gewandt entgegennahm, küßten sie die Hand. Wann sie wieder zum Tanz gehe nach Beutendorf, — und sie nahmen sie in die Mitte. Ihr Bruder, der mit Hans, beide stumm, folgte, fühlte wohl, das Betragen Lenis war zurückhaltend und dennoch vielsagend. Sie wußte nicht, daß er kämpfte für sie — gegen jene. Große Bitterkeit, schweigen zu müssen! … Aber das

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