Page:H.M. Die Armen.djvu/176

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Kraft wollte sich drücken; aber Horst, mit einem Stoß, beförderte ihn hinauf. Der Leni hielt er sogar den Arm hin; aber sie nahm ihn nicht.

„Voilà,“ sagte Horst, wie einer im Variété, der fertig ist mit seinem Kunststück. „Unsere Gäste.“

Kaltes Schweigen allerseits. Gretchen kicherte vielleicht, aber bei ihr wußte man nie. Ihr Verlobter, zur Sicherheit, strafte sie mit dem Blick. Emmi Buck, sichtlich bestürzt, zog sich auf ihrem Stuhl zurück bis in die Türnische, — wo auch ihr Gatte erschien, mit einem aufmunternden Lächeln, als sagte er: „Was geschehen ist, ist geschehen.“

Die Anklam gebrauchte ihr Lorgnon, um Ironie und Wohlgefallen zu bekunden. Guste, die Majestät der Versammlung, legte in dasselbe Instrument ihren Zorn und den allerhöchsten Zweifel, ob man sie etwa zu verkennen wage. Aufrecht in ihren Spitzen, Schleifen, Perlen und Steinen saß sie da, Busen und Bauch vereinte das Korsett zu einem einzigen, stolzen Gebilde. Ihre Nase freilich war eine Kartoffel, wie die des Herbesdörfer.

„Mein Sohn,“ herrschte sie. „Was heißt dies, mein Sohn.“ Und bevor Horst sich weiter vergessen konnte: „Deine Mutter verdient mehr Achtung.“

„Mit ihren schneeweißen Haaren,“ bemerkte Gretchen, schleppend, ob infolge von Bleichsucht oder aus Hinterlist.

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