Konsonanten im Anlaut proklitischer Wörter.
176. 1. Altes s im Anlaut proklitischer Wörter ist geschwunden. So it ‘sind’ lat. sunt altind. santi; amail amal ‘wie’, erstarrter Dativ von samail ‘Gleichheit’; der Artikel ind a usw., nach Präposizionen noch ‑sind ‑sa § 462.
2. t ist in dieser Stellung zu d geworden, vgl. do du ‘dein’ neben ‑t nach Präposizionen (§ 436); do du ‘zu’, vortonige Präposizion, die im Kompositum to- tu- lautet (§ 844). So kennt Wb neben tar ‘über..weg’ vor einem Nomen die Form dar (§ 843).
Diese beiden Erscheinungen sind gemeininselkeltisch; vgl. den Artikel breton. korn. an; kymr. ynt ‘sind’; kymr. dy breton. da ‘dein’; altbreton. do altkymr. di ‘zu’.
Ähnlichen Wechsel bei c- zeigt das Mittelirische: go ‘bis’, altir. co; gach ‘jeder’ vor dem Substantiv, altir. cach; gé ‘obgleich’, altir. cía; gan ‘ohne’, altir. cen (chen). Das ist eine Neuerung. Daß jedoch derartiges schon früher bestanden hatte, aber in der altirischen Periode ausgeglichen war, macht das Britannische wahrscheinlich; vgl. kymr. gwnaf (einsilbig) mittelbret. groaff korn. gwraf ‘ich tue’, wohl con-(com‑)ag‑; ähnlich kymr. gwnïo mittelbret. gruyat ‘nähen’, deren Stamm zunächst auf ‑uγ- zurückzugehen scheint, vgl. altir. con·óg(a)i ‘näht zusammen’. Das britannische Präfix weist zunächst etwa auf u̯n‑.
Konsonantenschwund.
1. Durch Dissimilazion.
177. Begannen zwei aufeinanderfolgende schwachbetonte Silben mit demselben Konsonanten, der mindestens das erste Mal leniert war, so fiel dieser erste Konsonant völlig aus. So namentlich bei reduplizierten Verbalformen, z. B. for·roíchan ‘du hast gelehrt’ für ·ro-chechan (oí aus o‑e kontrahiert), in·roígrainn ‘hat verfolgt’ für ·ro‑gegrainn; asa·toroímed ‘aus dem hervorgebrochen ist’ Wb 11 a 19 für ·to-ro-memaid; do·foíchred ‘er würde hinsetzen’ für ·fo-chicherred. Doch auch sonst: ·coíma ‘er bewahre’ für ·com-ema; coím(m)chloud ‘Wechsel’ für com-imm-chloud; coímthecht ‘Begleitung’ für com-imm-thecht.