Jump to content

Page:Thurneysen Handbuch des Altirischen 1 Grammatik.pdf/123

From Wikisource
This page has been proofread.
§ 168. 169.]
103
Färbung der Konsonanten.

etwa nach I, III pl im·rádam, im·rádat oder nach dem Abstrak­tum imrádud; torad torud ‘Frucht’ (to-reth‑); dorus ‘Tür’, pl doirsea; úasal ‘hoch’ kymr. uchel u. a.

Wörter wie claideb ‘Schwert’, cailech ‘Hahn’ hätten sich etwa nach dem Plural claidib (A claidbiu), cailich gerichtet; con aicelt ‘hat verborgen’ nach dem stamm­betonten con·celt; flaithem ‘Herrscher’ nach flaith ‘Herr­schaft’, und so fort.

Nach diesem Prinzip nicht erklärbar ist abae ‘des Wassers’ Ml 78 b 4, wenn es zum Dpl aibnib 81 c 3 gehört; doch scheint sich ‑ae als Endung der n‑Stämme weiter auszu­breiten (§ 332). Ebenso­wenig Dsg accai ‘Fesselung’ Ml 59 d 7, wenn ein späteres Glossar mit Recht den Nsg als aic(c) ansetzt, was jedoch unsicher ist.

Ohne viel Bedeutung sind lateinische Lehnwörter, in denen oft die Palatali­sierung unter­bleibt, nicht nur in sacard ‘sacerdos’ camall ‘camel(l)us’, Atac ‘Atticorum’, sondern auch in Assair ‘Assyrii’, matain Dsg ‘matutina’ (später auch maiten), während aiccent aiccend ‘accentus’, aiccidit ‘accidens’ u. a. sich in der zweiten Silbe enger an den lateini­schen Vokalis­mus an­schließen. Vgl. den Dsg dúrai ‘Härte’ Ml 62 a 26 mit dunklem ρ.

169. 4. Vermischung der u-Färbung mit der dunklen hat vielfach stattgefunden.

a) Die Konsonanten ch, cc, th (und daraus ent­standenes δ), ss im Silben­auslaut hinter altem a zeigen immer dunkle Färbung statt u‑Färbung, z. B. cath NDAsg ‘Kampf’ (Stamm cathu‑), Kompo­situm cocad; macc Dsg ‘Sohn’; iressach Dsg ‘gläubig’; londas NDAsg ‘Grimm’ (St. londassu‑) usw.

Ausnahmen finden sich nur bisweilen hinter einem o der vorher­gehenden Silbe, z. B. cogud Ml 103 d 5, Dsg zum obigen cocad; foscud Dsg ‘Ver­düsterung’ Ml 50 d 7 zu scáth ‘Schatten’; cobsud ‘beständig’, anbsud ‘un­beständig’ zu fossad ‘fest’ (hier scheint das syn­kopierte o zu wirken).

Aber ‑ch aus ‑γ ist u‑farbig in arch. inp·auch ‘ago’ Philar­gyrius‑Gl. und altes δ in audbirt ‘Opfer’ Karlsr. Beda 37 b 3.