fris'com-urt ‘habe verletzt’ (aber as·com-ort), as·ru-burt ‘ich habe gesagt’ (Stamm bert‑); Dsg ifurnn ‘Hölle’ Wb 13 c 26, Ml 130 b 6, iffiurn 23 a 5; coindeulc coindeulgg Dsg ‘Vergleichung’ Sg 3 b 1, 25 b 2. Für die Mittelsilben vgl. irdorcu irdurcu Wb ‘klarer’, aber erdarcu Ml; sonortu Wb ‘stärker’ gegen sonartu Ml.
3. Depalatalisierung.
165. Die Labialen b, p, f, m (nebst mb) und die Gutturalen g, c, ch (nebst ng) zeigen im Silbenanlaut keine Palatalisierung, wenn ihnen á oder ein u- oder o-Vokal (auch úa) vorausgeht, z. B. ·rubai, prototonierte Form zu ro·bí ‘kann sein’; óbar úabar ‘Geflunker’ (Adj. húaibrech); opair Dsg ‘Werk’ aus lat. opera; ad·opuir ‘er opfert’ (·od-beir); cnámai, Npl zu cnáim ‘Knochen’; trummae ‘Schwere’ (Suffix ‑e); ad·ágathar ‘er fürchtet’ (Passiv ·áigther); ruccae ‘Schande’; dochu (statt *dochiu), Komparativ zu doich ‘wahrscheinlich’; ungae ‘uncia’.
Der Verbalstamm uc(c)‑ (§ 801) nach der i‑Flexion sollte darnach dunkles c (= g) haben vor erhaltenem, palatales vor geschwundenem Vokal; doch herrscht durch die ganze Flexion Schwanken, z. B. III sg ‑uicci neben ‑uccai, Prät. ‑uc neben ‑uic, pl ‑ucsat neben ‑uicset. Ähnlich do·luigi und do·lugai ‘verzeiht’, do·tluichethar ‘verlangt’ neben I pl do·tlucham usw. Muimme ‘Pflegemutter’ hat palatale Konsonanz vielleicht nach aite ‘Pflegevater’.
Archaisch scheint, soweit der Vokalismus Schlüsse erlaubt, die Umfärbung noch nicht vollzogen, z. B. fugell ‘Prozeß’ Wb I 9 c 5 gegen fugall Wb 9 c 4, toceth ‘Glück’ Philargyrius-Gl., später tocad.
Aber auch später finden sich ein par schwer erklärliche Ausnahmen. So lautet das Wort für ‘Eid’ in Ml regelrecht lugae, aber nicht nur in Wb luige, wo etwa eine Altertümlichkeit vorliegen könnte, sondern auch neuir. luighe und in Ml selber einmal Dsg comlugiu 44 b 5 neben comlugu 44 d 30. Immer palatale Konsonanz scheint nach späteren Belegen clu(i)che (n. io-Stamm) ‘Spiel’ zu haben, vgl. cluichech ‘spielend’ Sg, ·cluichigedar ‘spielt’ Ml; und doch liegt ar·clich ‘wehrt ab', con·clich