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Page:Thurneysen Handbuch des Altirischen 1 Grammatik.pdf/120

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[§ 164. 165.
Lautlehre. — Die Konsonanten.

fris'com-urt ‘habe verletzt’ (aber as·com-ort), as·ru-burt ‘ich habe gesagt’ (Stamm bert‑); Dsg ifurnn ‘Hölle’ Wb 13 c 26, Ml 130 b 6, iffiurn 23 a 5; coindeulc coin­deulgg Dsg ‘Ver­gleichung’ Sg 3 b 1, 25 b 2. Für die Mittel­silben vgl. irdorcu irdurcu Wb ‘klarer’, aber erdarcu Ml; sonortu Wb ‘stärker’ gegen sonartu Ml.

3. Depalatalisierung.

165. Die Labialen b, p, f, m (nebst mb) und die Guttu­ralen g, c, ch (nebst ng) zeigen im Silben­anlaut keine Palatali­sierung, wenn ihnen á oder ein u- oder o-Vokal (auch úa) voraus­geht, z. B. ·rubai, proto­tonierte Form zu ro·bí ‘kann sein’; óbar úabar ‘Geflunker’ (Adj. húaibrech); opair Dsg ‘Werk’ aus lat. opera; ad·opuir ‘er opfert’ (·od-beir); cnámai, Npl zu cnáim ‘Knochen’; trummae ‘Schwere’ (Suffix ‑e); ad·ágathar ‘er fürchtet’ (Passiv ·áigther); ruccae ‘Schande’; dochu (statt *dochiu), Kompa­rativ zu doich ‘wahr­schein­lich’; ungae ‘uncia’.

Der Verbalstamm uc(c)‑ (§ 801) nach der i‑Flexion sollte darnach dunkles c (= g) haben vor er­haltenem, palatales vor geschwun­denem Vokal; doch herrscht durch die ganze Flexion Schwanken, z. B. III sg ‑uicci neben ‑uccai, Prät. ‑uc neben ‑uic, pl ‑ucsat neben ‑uicset. Ähnlich do·luigi und do·lugai ‘verzeiht’, do·​tluiche­thar ‘verlangt’ neben I pl do·tlucham usw. Muimme ‘Pflege­mutter’ hat palatale Konsonanz viel­leicht nach aite ‘Pflege­vater’.

Archaisch scheint, soweit der Vokalismus Schlüsse erlaubt, die Umfärbung noch nicht vollzogen, z. B. fugell ‘Prozeß’ Wb I 9 c 5 gegen fugall Wb 9 c 4, toceth ‘Glück’ Philar­gyrius-Gl., später tocad.

Aber auch später finden sich ein par schwer erklärliche Ausnahmen. So lautet das Wort für ‘Eid’ in Ml regel­recht lugae, aber nicht nur in Wb luige, wo etwa eine Alter­tümlich­keit vorliegen könnte, sondern auch neuir. luighe und in Ml selber einmal Dsg comlugiu 44 b 5 neben comlugu 44 d 30. Immer palatale Konsonanz scheint nach späteren Belegen clu(i)che (n. io-Stamm) ‘Spiel’ zu haben, vgl. cluichech ‘spielend’ Sg, ·cluichi­gedar ‘spielt’ Ml; und doch liegt ar·clich ‘wehrt ab', con·clich