Jump to content

Page:Thurneysen Handbuch des Altirischen 1 Grammatik.pdf/116

From Wikisource
This page has been proofread.
96
[§157. 158.
Lautlehre. — Die Konsonanten.

loscaid ‘er brennt’ (s‑k) neben loiscthe ‘verbrannt’ (sk‑th); do·adbadar ‘wird gezeigt’ (δ‑β), pl do·aidbdetar (δβ‑δ); cosnam ‘Er­streiten’ (com-snim); ingn(a)e engn(a)e ‘Erkennt­nis’ (Endung ‑e); Afraicc ‘Afrika’ usw.

So manchmal auch im Kompositum, aber mit Schwankun­gen (vgl. § 156). Aus for und cenn (D ciunn) bildet Ml richtig forcan ‘Ende’ 91 a 21, D forcunn 19 c 12 usw. mit dunklem rk; aber in forcenn Sg 28 b 19 usw. stoßen dunkles r und palatales k unver­mittelt auf­einander; im D foirciunn Sg 18 b 1 usw. hat sich die Färbung des Anlauts des zweiten Glieds auf den Auslaut des ersten über­tragen. Dagegen bei Synkope stets regel­recht ·foircnea ‘er beendigt’ (rk‑n).

158. Wenige Konsonantengruppen sind schon in früher Zeit ganz palatal geworden und können daher auch vor erhalte­nem Vokal palatale Färbung haben. In alten Bei­spielen sind so belegt die Gruppen mb, nd, ng, dc (= δg), ml, mr (= μλ, μρ), z. B. immbi ‘um ihn’, clainde ‘der Kinder’, daingen ‘fest’, do·bidcet ‘sie schießen’, cuimlin ‘gleiche Zahl’ Ml 47 c 3, cuimrech ‘Fessel’. Dazu nt im Fremdwort geinti ‘Heiden’ (neben genti).

Bei anderen Gruppen ist die Sachlage noch nicht klar. Wenn G bréthre DA bréthir zum N bríathar ‘Wort’ (= kymr. brwydr ‘Streit’) palatali­siertes thr zeigt, während es in nathrach G ‘der Schlange’ dunkle Färbung hat, so hat man daraus ge­schlossen, daß der vorher­gehende Vokal dabei mit­spreche; vgl. di-chlith dichlid ‘Ver­hehlung’. So könnte man auch den Dpl sleid­menaib ‘sputami­nibus’ Tur. 91 erklären, der einen Gsg sleidme er­schließen läßt, neben obigem madmae. Doch ist zu teidm ‘Pest’ der G tedmae im Félire durch den Reim gesichert. Umgekehrt zeigt díthrub ‘Einöde’ (frei ‘Wohnung’) keine palatale Konsonanz. Es ist möglich, daß hier alte Unter­schiede durch Aus­gleichun­gen allmälig verwischt worden sind. Ander­seits ist nicht völlig sicher, daß in nathrach das zweite a auf einen hellen Vokal zurück­geht, da der Nsg nathir (in unseren Texten nur in der Ver­schrei­bung naithr Tur. 129