Bornemann: Plattdeutsche Gedichte/Der Haase im Kohl
[063]
Der Haase im Kohl.
In den Goar'n en Höäsken satt,
Brunen Kohl recht lustig fratt,
Un doa kam de Buur getråden,
Woll hen Singen goahn un Båden,
Schmeet dät Höäsken ungeschick
Mit de Bibel in't Genick.
Musedoot dät Höäsken lag,
Denn et was en gluupscher Schlag.
Buur! die hoalt en Dunnerwäder
Kümmt de Jäger die upt Låder:
Listig håt de Buur gelacht,
Håt af Siet dåt Hdåsken bracht.
Sonndag mußt dåt Höäsken dran,
Word gebroaden in de Pann:
Wat håt doa de Buur geknabbert,
Håt sick Latz un Boart besabbert,
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Denn son Höasken schmekt ganz schön,
Hackt nich oft am mank de Tän.
Vör de Huusddår kummt herruͤm
Zund de Jäger, de was schlimm.
Sperrt hoch up de Näsen=Loaden —
„Blitz! de Buur fritt Hoasen=Broaden!"
Wo son Jäger nimmt den Strich,
Kickt un ruckt he moͤrderlich.
„Buur! segg an! du Röberwicht!
„Wo häst du den Hoasen krigt?" -
Mien Herr Jäger! in den Goaren
Satt dåt Hdäsken ganz erfroaren,
Wie son Kluut tosamni gedoahn,
As ick woll hen Båden goahn.
Kiek he miene Bibel an —
Sülwern Ecken sitten dran:
Is mie ut de Hand gefloagen,
Håt dåt Hoasken doot geschloagen,
Weer de Eck' nich sülwern west,
Kreeg dåt Höäsken nich den Rest.
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Sprack de Jaͤger: „dat is broav —
„As du sundigst, krigst du Stroaf:"
Håt de Ekken weg gebroaken,
Rin in sienen Ranzen stoaken.
Jäger! — håt de Buur gedacht,
Daͤt vergell ick die! gif Acht.
Schönen Windhund, blank un glatt,
Håt de Jaͤgersmann gehat;
Un den Buuren sien Karnikkel
Kreeg de Windhund bie den Wikkel,
Worgt en af, un schlung en run,
Lang håͤt nich de Buur gesunn'.
„Hund du krigst de Schwenzelenz,
„Kumm moal rin in miene Dönz!
Haͤt den Rachen aͤm geknaͤbelt,
Alle Tän' scharp weg gesäbelt;
„Nu kannst du to Huse goahn,
„Dien Herr — werd mie woll verstoahn!
Grimmig kam de Jäger an,
Floochte wat en Minsch maͤn kann.
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„Sächtken!" — håͤt de Buur gesproaken:
„He brack Ekken, ick brack Knoaken!
„Hier mien Hof — is miene Forst:
„Sprichwoort is: — Worst wådder Worst!